Bitte atmen Sie weiter.

Heilsames für Körper, Geist und Seele.



Aufatmen in Lappland 2017.
Aufatmen in Lappland 2017.

Aufgrund von Covid-19 gibt es derzeit viele Gründe, warum wir verhärten, uns kraft- und machtlos fühlen oder vielleicht auch immer wieder den Kontakt zu uns verlieren. Und es gibt wie immer auch viele gute Gründe und Wege mit allen Sinnen wieder zu uns zurückzukehren. Eine Beziehung zu uns und zum Leben zu entwickeln, die von Liebe, Lebendigkeit und Klarheit geprägt ist.

Wir sind alle Nachfahren von Menschen, die Epidemien überlebt haben. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Erkrankungen, die vielen Menschen das Leben gekostet haben. Im Vergleich dazu sind wir heute medizinisch und sozial sehr gut aufgestellt und vernetzt.

Nutzen wir die Ressourcen, die wir haben!

Mehr als sonst ist es in der aktuellen Situation hilfreich, den Ängsten und dem Stress in uns und in unseren Mitmenschen  freundlich zu begegnen. In anderen Worten: keine Angst vor der Angst zu haben. Immer wieder zu erinnern, dass wir die Wahl haben und mitfühlend und freundlich sein können.

 

Unser Körper mag Stress.  Herausfordernde Zeiten können aufregend und belebend sein, so lange wir etwas zu tun haben!  So lange wie wir positiv handeln können, um die Situation zu verbessern, auch wenn es scheinbar nur kleine Schritte sind.

Und unser Körper liebt als Balance auch immer wieder tiefe Erholung und Entspannung. Sich trotz allem immer wieder Momente des bewussten Wohlseins zu erschaffen darf nun ein tägliches Ritual werden. Alleine oder in kleinen Gruppen.

 

Hier einige Übungen aus meiner therapeutischen Praxis und dem HeilYoga, die leicht im Alltag ihren Platz finden können.

Wichtig ist, auch während der Übungen auf die Bedürfnisse des Körpers zu achten und immer freundlich zu sein. Ich wünsche viel Freude und gute Entspannung.

  • Mache dich locker, schüttle dich - ganz leicht oder auch etwas kräftiger. Dabei kannst du stöhnen, seufzen, geräuschvoll ausatmen.
  • Gurgeln. Gern mit Salzwasser oder einfach nur Wasser. Pflegt Mundraum, Kehle und vitalisiert den Vagusnerv - unseren Entspannungsnerv.
  • Bewege dein Gesicht und vor allem den Mundraum. Der Bereich ist bei Angst gern angespannt. Ein entspannter Mundraum vermittelt ein Gefühl von Fülle & Urvertrauen.
    • schneide Grimassen und töne raubtierhafte Geräusche
    • schmatze genussvoll
    • spitze die Lippen und stelle dir vor, zärtlich Himbeerkerne zu spucken
    • lass deine Zunge großzügig über die Zähne und durch den Mundraum wandern
    • mit dem prustenden Pferdeatem Lippen und Gesicht vibrieren lassen
    • weine - Tränen können heilsam und erleichternd sein
    • lache - wann immer es dir möglich ist
  • Hebe die Arme entspannt und weit nach oben, richte dich auf und den Blick nach oben. Das Herz darf aufatmen. Atme Liebe ein. Atme Liebe aus. Wiederhole. Arme langsam sinken lassen und nachspüren.
  • Stehe angenehm, oder setze oder lege dich bequem hin. Spüre die Erde unter dir. Lege die linke Hand auf die Mitte der Brust, rechte Hand auf den Bauch. Schließe die Augen. Unterkiefer, Zunge, Schultern dürfen entspannen. Spüre den Atem unter den Händen. Spüre das Pulsieren deiner Lebendigkeit.
  • Abends vor dem Einschlafen: erinnere einen Moment, in dem du dankbar & glücklich gewesen bist. Lächle dir zu und lass dieses Lächeln sich im ganzen Körper ausbreiten. Vielleicht lächeln dir die tausendfachen Zellen deines Körpers zurück.
  • Morgens beim Aufwachen: seufze, gähne ausgiebig & räkele und strecke dich.
  • Bewege dich an der frischen Luft in der Natur. Trinke reichlich Tee. Ernähre dich gut und mit Genuss. Tanze. Singe.
  • Räuchere Räume mit Salbei oder Wacholder. Das erfrischt auch den Geist.
  • Achte auf deine Mitmenschen. Sei da und unterstütze wo es nötig & möglich ist. Du hörst nicht an deiner Körpergrenze auf.
  • Werde still. Lausche den Vögeln. Genieße die Zartheit & die Kraft des Frühlings, die Magie des Lebens, das ewige Stirb & Werde.

Dieser Rhythmus von Anspannung & Entspannung wird auch im HeilYoga genutzt, um  Körper, Geist & Seele in ihrer Selbstregulation zu unterstützen. So kann gleichermaßen Kraft, Geschmeidigkeit und freudvolle Weisheit auf allen Ebenen genährt werden.

Sich im Alleinsein zu beheimaten ist in Zeiten von räumlicher Distanz umso wichtiger, um aus dieser Quelle einen kreativen Ausdruck des Kontakts und gegenseitiger Anerkennung entstehen zu lassen. Anstelle des üblichen Handschlags oder einer Umarmung können wir zum Beispiel die Hände ans Herz legen, uns leicht verbeugen, bewusst anschauen und zulächeln. Als soziale Wesen brauchen wir gerade jetzt neue Rituale der Verbundenheit.

Auch Worte und Gedanken sind heilsame Medizin und können verbinden. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich mit seinen Mitmenschen herzlich auszutauschen? Sich bewusst mitzuteilen und vor allem auch zuzuhören? Sich gegenseitig im wohlwünschenden Gewahrsein zu halten? Lasst uns kreativ sein und uns immer wieder überraschen!

 

Ich wünsche uns allen, dass wir gut durch diese Zeit gehen und gemeinsam wachsen können.

Mit Mut, Vertrauen und Zuversicht.

 

Herzlich, Sirkka

 

PS: Auf Wunsch versende ich diesen Text auch als PDF. Schreibt mich einfach an!