Medizin.

Sinnlich. Magisch. Inspirierend.



Juni 2020

Nicaragua 1999
Nicaragua 1999

Verbindung & Verbundenheit.

 

Juni, Monat des längsten Tages, Sommersonnenwende. Licht, das in diesem Jahr so deutlich auf die Verbindungen in der Welt scheint. Auch wenn wir es uns im Corona-Biedermeider gemütlich gemacht haben und vielleicht nichts lieber als die alte Normalität wiederhaben möchten: das Leben lässt uns zum Glück nicht in Ruhe. Ob es die Bedingungen für Mensch & Tier in den Schlachthöfen sind, die umweltschädingende, konsumorientierte Tourismusbranche oder auch das Zusammenbrechen von Wirtschaftszweigen, wenn wir zwei Monate mal nur das kaufen, was wir wirklich brauchen. Oder Demos, die endlich das vergiftete, braune Gedankengut in der spirituell-esoterischen Szene offenbaren. Und nun auch noch der Mord an George Floyd. Hinschauen ist angesagt. Und die Frage, wie ich mich in all der Komplexität bewege - welches System unterstütze ich? Angst, Ausbeutung, Trennung, Beherrschen? Oder wähle ich Mut, Nähren, Verbindung und Kraft? Das entscheide ich bereits mit meinem Kleiderschrank & Kochtopf, wenn ich mir Klamotten und Lebensmittel kaufe. Oder auch, wenn um die Welt reise. Betrachte ich die Umwelt und die Menschen, die mit diesen Dingen in Beziehung stehen, als zugehörig? Und wieviel brauche ich eigentlich wirklich? In was für einer Welt möchte ich leben? Was ich am Yoga und der Körperarbeit so mag, ist die direkte Verbindung zu meiner Lebendigkeit und Verletzlichkeit. Wie gehe ich mit meinem Körper um? Jeder Atemzug, jede Bewegung und Berührung ist Nahrung, die mich tiefer in meinen Organismus sinken lässt. Ganz einfach hier & jetzt. Und wenn ich mich im Körper etwas mehr zu Hause fühlen kann - dann spüre ich vielleicht auch, dass ich mit der Natur und all ihren Geschöpfen untrennbar verbunden bin. Und vielleicht, vielleicht verwebt sich dieses Gefühl dann auch freudig in meine Alltagshandlungen. Mögen alle Wesen glücklich sein.



Mai 2020

Maikönigin / Sirkka Wittke 2002, Tarotkarten Motherpeace, Crowley, Göttinenzyklus
Maikönigin / Sirkka Wittke 2002, Tarotkarten Motherpeace, Crowley, Göttinenzyklus

Lebenslust & Sinnlichkeit.

In Zeiten, in denen wir uns dünnhäutig, unsicher und verletzlich fühlen, es nicht einfach ist, kann uns sinnliches Erleben in die Lebenslust unserer fließenden Urnatur führen. Sinnlichkeit ist das prickelnde Pulsieren, dass in der Begegnung mit der Außenwelt entsteht. Das können Beziehungen zu den Mitgeschöpfen und der Natur sein, oder auch die ganz intime Begegnung mit der Lebensenergie und den Elementen. Sinnlichkeit ist kein oberflächliches Konsumieren sondern erfasst den ganzen Körper mit seinen Seelen(ge-)schichten. Wenn ich bereit bin, mich bewusst mit einem tiefen, ruhigen Atem auf eine Sinneserfahrung einzulassen, Klänge, Empfindungen, Farben, Gerüche, Aromen einsinken lasse und mit jeder Zelle willkommen heiße, kann diese Schwingung vergessene, eingefrorene und verwundete Bereiche meines Körpers berühren. Alte Muster dürfen sich öffnen und verlorene Lebenslust kann wieder erwachen. Ein tiefes, uraltes Lachen erobert sich seinen Platz zurück, lässt meinem Bauch lebendig sein und schüttelt mich durch.

Vielleicht werden derzeit verstärkt Zustände des sich nicht Zugehörigfühlens, der Trennung, der Hilflosigkeit, des Nichtverstehens aktiviert. Gut so! Auch wenn es sich unangenehm anfühlt.  Sorge dafür, gerade in diesen Momenten, eine für dich heilsame, sinnliche Begegnung herzustellen und mit Genuss zu erleben. Erinnere dich, was du als Kind gern gemacht hast oder gern gemacht hättest - und tue es jetzt. 

Im Mai feiere ich mein 7x7 und erfreue mich mehr denn je an diesem besonderen Frühling mit seinem äußerst lebendigen Vogelgezwitscher!

Wie öffnest du dich für deine Sinnlichkeit & Lebenslust?



April 2020

Leben ist Energie.

Das wird in jedem Frühling deutlich. Die Natur macht es in ihrer Fülle und Kreativität vor. Gerade jetzt, wo sich Strukturen in atemberaubender Geschwindigkeit verändern, wegbrechen oder auch auflösen, kann sich in diesem Freiraum ein neuer, gesunder Rhythmus von Stille & Kreativität entfalten. Oder vielleicht können alte, vergessene Ideen wieder neu aufleben? Auch bei Stress & Angst weiter zu atmen, ist derzeit wichtiger denn je. Heilsame Übungen für Körper, Geist und Seele habe ich hier zusammengestellt : Bitte atmen Sie weiter.

Ich lebe meine Liebe zur Sprache im freien Schreiben. Und entdecke neue Welten in Tonaufnahmen, HeilYoga to go und auch Videos. Meine Liebe zur Natur entfaltet sich in der Küche. Es ist Bärlauch Zeit! Reich an Vitalstoffen schmeckt Bärlauchpesto besonders gut zu Kartoffeln und natürlich auch zu Pasta. Schöne Zutaten dafür sind Bärlauch, geröstete Salbeiblätter, getrocknete Tomaten, Kürbiskerne, Rosinen, Olivenöl, Zitronensaft, Pfeffer, Rosa Beeren, Chili Ancho & Jalapeno.

Was erdet und nährt dich wenn der Boden unter dir wackelt? Wie bewegt sich die Lebensenergie in dir?



März 2020

Die Fülle im Fasten - weniger ist mehr.

Beim Wort "Fasten" denken viele Menschen an Verzicht und Askese - eine Zeit, die man einmal im Jahr für die Gesundheit erträgt. Und sich freut, wenn es wieder vorüber ist.

Wie wäre es, wenn Fasten mit Freude & Genuss möglich ist? Die ganz eigene Fastenzeit kreativ und mit Liebe gestaltet wird?

Ich habe gerade einige Tage allein auf dem Land verbracht, mich aus allen Verpflichtungen zurückgezogen und auf das Notwendige, Einfache eingelassen. Reduktion. In einem Gedicht von Mary Oliver heißt es so schön "Du musst nur das kleine, weiche Tier deines Körpers lieben lassen, was es liebt." Und mein Körper hat diese Einladung dankbar angenommen. Geschlafen. Geduscht. Sich an der frischen Luft bewegt. Warme Suppe mit Butterbrot gegessen. Etwas gelesen. Einige zarte Yogabewegungen gewünscht. Geschwiegen. Innere Bilder betrachtet. Und Tee trinkend aus dem Fenster geschaut. Den Reichtum der Einkehr mit allen Sinnen erlebt.

Zurück im Alltag in der Stadt webe ich diesen Faden weiter. Wie immer ein kleiner Seiltanz, aber mit dem weichen Körpertier habe ich eine gute Begleiterin an meiner Seite. Mit der Erinnerung, dass wir ein Teil dieses Planeten sind. Und die Erde kann gut weniger „höher, schneller, weiter“ gebrauchen. Dafür um so mehr Freude und Gelassenheit, was im Übrigen auch heilsam für das Immunsystem ist.

Auf was magst du verzichten, um deiner inneren Fülle wieder Raum zu geben?



Februar 2020

Foto N. Wittke
Foto N. Wittke

Das Geheimnis deiner Instinkte.

Vor 20 Jahren lebte ich in Nicaragua - glücklicherweise ohne Smartphone und soziale Medien, Internet gab es bereits, aber es stürzte in wichtigen Momenten immer wieder ab - im Nachhinein ein Segen. Ich kam mir oft ziemlich einsam und verloren vor und doch hätte ich nie tauschen wollen. Dort war ich auf mich allein gestellt und auf die Hilfe der Menschen, denen ich begegnete, angewiesen.

Das Klima, die Natur und die Kultur waren ungewohnt für meinen Organismus auf allen Ebenen und schüttelten mich immer wieder gut durch.

In jedem guten Märchen muss sich die Heldin irgendwann auf ihren Weg begeben und das Altbekannte hinter sich lassen und unbekannte Orte  erforschen. Im Innen wie im Außen. Nachdem ich ein gutes halbes Jahr in Managua gelebt und gearbeitet hatte, reiste ich acht Wochen durch Honduras und Guatemala. War erfüllt vom Dschungel, Maya-Pyramiden, Vulkanen am Atitlan See und dem karibischen Meer. Magenverstimmung und brenzlige Situationen inklusive. Auf dieser Reise wie auch schon vorher wurden meine bis dahin eher schlafenden Instinkte sowie ein Gefühl für gesunde Grenzen geweckt.

In unbekannten Situationen, im Alleinsein, wenn der Verstand allein nicht mehr ausreicht (wann tut er das schon?) brauchen wir die Kraft unserer sinnlich-animalischen Instinktnatur. Und diese möchte wie jedes wilde Tier genährt werden und glücklich sein.

Meine Instinktnatur liebt es, sich dann und wann alleine an Orte in der äußeren Welt zu begeben und ohne Plan aber mit allen Sinnen diese Umgebung zu erforschen. In der Natur oder auch im Großstadtdschungel.

Meine Instinktnatur der inneren Welt liebt das Abenteuer der bewussten Körpererforschung in der Meditation und im Yoga. Auch hier gibt es immer wieder neue Anteile zu entdecken, den inneren Horizont zu erweitern, herauszufinden, welche Aspekte derzeit Priorität haben und so die eigenen Grenzen und innere Balance zu stärken.

Und was liebt deine schöne wilde Instinktnatur?

Wo fühlt sie sich lebendig, vergnügt und genährt?



Januar 2020

Magie - ganz alltäglich zaubern.

Ein neues Jahr liegt wieder vor uns. Und damit einhergehend Wünsche, Vorsätze, Hoffnungen & Befürchtungen. In einer Welt und einer Zeit in der die Menschheit scheinbar den Verstand verliert, wie Astrid Lindgren schon vor über 70 Jahren festgestellt hat, wird es zunehmend wichtiger, sich immer wieder der eigenen Gestaltungskraft aka Magie zu erinnern. Die Dinge an sich haben keine Bedeutung, d.h. wir haben die Freiheit, ihnen Bedeutung zu geben. Ich liebe es, alltägliche Handlungen mit Magie zu gestalten. Mich in den fließenden Kreislauf des Empfangens, Verwandelns und Loslassens / Gebens einzuordnen. Dinge und Tätigkeiten mit Dankbarkeit und Freude aufzuladen. Meinen Lebensfaden heiter, klar und spielerisch ins große Feld einzuweben.

Wie zum Beispiel mit den wunderbar köstlichen Glückskugeln, die wie immer Körper & Seele erfreuen. Dazu brauchst du Datteln, gehackte & geröstete Mandeln, Orangeat, Zimt und Ingwerpulver, evtl. etwas Rum oder ein schönes Obstwasser.  Alle Zutaten im Mixer zu einer dicken, homogenen Masse verrühren. Und dann mit viel Liebe und guten Wünschen zwischen den Handflächen zu Kugeln formen - in unseren Handflächen liegen die Herzpunkte, daher ist das Zaubern ganz einfach! Mit Mandelblättchen verzieren. 

Zum Verzehr schließt du am besten die Augen, schnupperst den feinen Duft des Glücks. Und während du die Kugel(n) genießt taucht vielleicht vor deinem inneren Auge deine ganz eigene Glücksvision auf. Lebe sie - denn sie ist wichtig!

Auf ein magisches, glückliches 2020!